Mit neuen Hafenflächen ins dritte Jahrzehnt

TRAVEMÜNDE (FRACHT). Vertreter der Landesregierung und der Hansestadt Lübeck weihten heute, am 30.Januar, die neuen städtischen Hafenflächen am Skandinavienkai in Travemünde ein und übergaben sie offiziell der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) zum Betrieb. In einer ersten Baustufe entstanden zehn Hektar neue Terminalfläche, auf der unter anderem eine Logistikhalle errichtet wurde. Weitere sechs Hektar Fläche werden in einem zweiten Abschnitt folgen.
Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau begrüßte unter den Gästen der Veranstaltung insbesondere den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther sowie einige hochrangige Vertreter des finnisch-schwedischen Konzerns Stora Enso, den ersten großen Nutzer der neuen Halle.
Ministerpräsident Daniel Günther nannte die Entscheidung zum Ausbau der Flächen am Skandinavienkai zukunftsweisend. „Die Stadt wagt damit einen großen Sprung, um den Hafenstandort Lübeck zu modernisieren und wieder auf Expansionskurs zu bringen“, sagte er. Die Hafenwirtschaft sowie die gesamte maritime Branche seien überaus wichtig. Dies gelte für die Hansestadt Lübeck wie für ganz Schleswig-Holstein. Ziel der Landesregierung sei es, die Handelsbeziehungen im Ostseeraum weiter zu vertiefen. Davon werde auch der Lübecker Hafen enorm profitieren. Der Regierungschef überreichte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau zugleich einen Förderbescheid über 11,3 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe regionale Wirtschaftsförderung.
Bürgermeister Jan Lindenau ergänzte: „Die gemeinsamen Investitionen des Landes und der Stadt unterstreichen einmal mehr die Bedeutung Lübecks als Hafenstandort. Gleichzeitig haben wir mit dieser Hafenerweiterung nach innen eindrücklich unter Beweis gestellt, dass derartige Infrastrukturprojekte bei einer vorrausschauenden Planung termingerecht realisiert werden können, sobald der Bedarf es erfordert.“
In 18-monatiger Bauzeit hatten Baufirmen im Auftrag der Lübeck Port Authority (LPA) eine Million Kubikmeter Erde abgetragen und insgesamt 120.000 Tonnen Schotter und 70.000 Quadratmeter Pflasterung verlegt sowie die Logistikhalle errichtet. Die Flächenerweiterung geht in diesem Jahr zügig weiter, so dass bis Ende 2021 die Infrastrukturmaßnahme vollständig umgesetzt ist. Darüber hinaus wird auch eine neue Gateanlage, das Papiergate, errichtet. Dadurch ist es möglich, die RoRo- und Fährverkehre von den Verkehren zur Logistikhalle zu trennen.
Insgesamt wird die Hansestadt Lübeck ca. 46 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investieren und erhält dafür bisher eine Förderung des Landes von ca. 30 Millionen Euro. In den Bau der Hallen hat die Stadt weitere 18,5 Millionen Euro investiert.
LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens unterstrich den Mehrwert, den die neue Anlage böte. „Hier bieten wir unseren Kunden fantastische Möglichkeiten: reichlich Platz, direkt an den Fähranlegern gelegen und nur einen Steinwurf von unserem Intermodalterminal Baltic Rail Gate entfernt. Schneller lässt sich Ware aus Skandinavien nicht drehen.“ Die Anlage wirke wie ein Leuchtturm und werfe auch ein gutes Licht auf das Unternehmen: „Das neue Terminal ist ein Symbol für den Turnaround der LHG: Es wird wieder investiert. Stadt und Land vertrauen unserer Leistungsfähigkeit. Das wissen wir zu schätzen.“

Multifunktionelle Halle
Die multifunktionelle Logistikhalle, die 25.000 Quadratmeter misst, ist 300 Meter lang, 85 Meter breit und 20 Meter hoch. Drei Fußballfelder hätten hier spielend Platz. Das Bauwerk kann bis zu 35.000 Tonnen Forstprodukte aufnehmen. Sechs Tore an jeder Längsseite sorgen dafür, dass die LHG dort zügig einlagern und wiederbeladen kann. Weite Dachüberhänge gewährleisten Witterungsschutz. Cassetten und Mafis werden in der benachbarten neuen Fährhalle zum Teil vorgestaut.

Foto und Quelle: Lübecker Hafen-Gesellschaft

VERÖFFENTLICHT AM 30. Januar 2020